CT · Artefakte

CT-Artefakte: Aufhärtung, Metall, Bewegung und Helix

Die CT hat die größte Vielfalt an Artefakten: der polychromatische Strahl, die Rekonstruktion und die schnelle Helixgeometrie erzeugen viele davon gemeinsam. Nach der IAEA-Klassifikation teilen wir die Artefakte in akquisitions-, rekonstruktions- und patientenbedingte ein und behandeln Physik, Erscheinung und Reduktion jedes einzelnen mit Animationen und Seitenangaben. Dies ist die CT-Vertiefung zu unserem allgemeinen Artefakt-Leitfaden.

In der CT gehört nicht jedes dunkle Band, jede helle Linie oder jede „Läsion“ zum Patienten. Der polychromatische Röntgenstrahl, das Detektorarray, der Rekonstruktionsalgorithmus und die rotierend-translatierende Helixgeometrie können jeweils ihr eigenes Artefakt erzeugen. Dies ist die CT-Vertiefung zu unserem allgemeinen Artefakt-Leitfaden: Er ordnet die Artefakte nach der IAEA-Klassifikation, erklärt die Physik jedes einzelnen und zeigt, wie man es reduziert.

Artefakte klassifizieren

Die IAEA teilt CT-Artefakte nach ihrem Ursprung in drei Gruppen:2

Diese Einteilung ist nicht nur akademisch: Den Ursprung eines Artefakts zu kennen sagt einem, wie man es behebt — Kalibrierung, Parameterwahl oder Patientenmanagement.

Aufhärtung

Die standardmäßige gefilterte Rückprojektion berücksichtigt das polychromatische Spektrum nicht vollständig; sie behandelt die dickenabhängige Schwächung mit einem einzigen „effektiven“ linearen Schwächungskoeffizienten.1 In einem Strahl, der dichtes Gewebe durchquert (kompakter Knochen, Verkalkung, Metall), werden niederenergetische Photonen zuerst absorbiert, sodass die mittlere Energie des Strahls steigt — er „härtet auf“.1 Es gibt zwei typische Ergebnisse: das Absinken des Werts zur Mitte eines homogenen Objekts hin (Cupping) und ein dunkles Keil-/Bandartefakt zwischen zwei dichten Strukturen (z. B. beidseitige Hüftprothesen).1 CT-Scanner härten den Strahl mit zusätzlicher Filterung vor (z. B. ~10 mm Al-Äquivalent); die Rekonstruktion wendet außerdem eine Look-up-Table-(LUT-)Korrektur und eine Wasserphantom-Kalibrierung an.3

ProtheseProthesedunkles Keilband (webbing)Aufhärtung · zwischen zwei dichten Objekten
Die Strahlen zwischen zwei metallischen Prothesen härten übermäßig auf, sodass zwischen ihnen ein dunkles Band erscheint, das real nicht da ist. Dieselbe Physik zeigt sich als „Cupping“ zur Mitte eines homogenen Objekts.1
In der Klinik
Ein dunkles Band zwischen den beiden Felsenbeinen an der Schädelbasis (das Hounsfield-Artefakt) kann den falschen Eindruck einer Hypodensität in der hinteren Schädelgrube erwecken — sogar eines Infarkts oder einer Blutung. Es als Artefakt zu erkennen erspart eine unnötige weitere Abklärung.

Metallartefakt

Streifen entstehen, wenn die Schwächung einer Region den Dynamikbereich des Detektors überschreitet.1 Wenn eine Metallprothese den Strahl fast vollständig absorbiert, erreicht dies seine schwerste Form — den metalltypischen Star-Burst: helle/dunkle Linien, die vom Metall nach außen strahlen.23 Klassische Quellen sind metallische Zahnfüllungen, Herzschrittmacher-/Neurostimulator-Implantate, Projektilfragmente und orthopädische Prothesen. Bewegung des hochdichten Objekts (Kieferbewegung, Schlucken) verstärkt die Streifen deutlich.1 Die Rekonstruktion kann die anomal hohen Absorptionswerte durch Schwellenwertsetzung der Spitzenwerte teilweise korrigieren; moderne Systeme ergänzen dies um Algorithmen zur Metallartefaktreduktion (MAR).3

SchnittMetallprotheseMetall → Star-BurstDie Prothese absorbiert fast dengesamten Strahl → Dynamikbereich überschritten →strahlenförmige falsche Streifen.
Metall überschreitet die Schwächungswerte des umgebenden Gewebes um ein Vielfaches; die Rekonstruktion verwandelt dies in nach außen strahlende „Stern“-Linien. Spitzenwert-Schwellensetzung und MAR-Algorithmen reduzieren den Effekt.3
In der Klinik
Von einer Hüftprothese oder Zahnfüllungen ausgehende Streifen verdecken angrenzende Strukturen — das Weichgewebe um das Implantat oder Kopf-Hals-Tumorränder — und erschweren deren Beurteilung. Algorithmen zur Metallartefaktreduktion (MAR) und ein geeigneter Gantry-Winkel verringern den Effekt.

Partialvolumeneffekt

Bei einer dicken Schicht kann ein Voxel entlang der z-Achse Gewebe unterschiedlicher Dichte umfassen; der Voxelwert wird zum Mittelwert ihrer linearen Schwächungskoeffizienten.2 Dadurch kann ein kleines, hochdichtes Objekt größer und dichteärmer erscheinen — zum Beispiel beim Betrachten von kortikalem Knochen in dicken Schichten.2 Mehrschicht-CT (MDCT) mit dünnen Schichten (z. B. ~1,25 mm) hat dies weitgehend reduziert; dieselbe Region in einer anderen Ebene (axial + koronal) abzubilden hilft ebenfalls, Partialvolumen von einem echten Befund zu trennen.14

Partialvolumen · VoxelmittelungWeichgewebeKnochenVoxel an der Grenze→ Mittel aus Knochen + Gewebe (grau)→ kleines Objekt wirkt größer/blasser
Ein Voxel, das die Knochen-Weichgewebe-Grenze umfasst, mittelt die beiden und erzeugt einen mittleren Grauwert. Eine dünne Schicht verkleinert das Voxel und reduziert diese Mittelung.2
In der Klinik
In einer dicken Schicht kann ein kleiner Lungenrundherd mit der umgebenden Luft gemittelt werden und dichteärmer erscheinen, als er ist — und als gutartig gelesen werden; eine dünne Schicht zeigt die wahre Dichte (z. B. den hohen HU-Wert einer malignen Läsion).1

Bewegungsartefakte

Patientenbewegung, Schlucken oder Atmung erzeugen Streifen und Unschärfe, am ausgeprägtesten neben hochdichten Objekten.1 Den Patienten richtig anzuleiten und den Atem anzuhalten (besonders bei Rumpfscans) verhindert das meiste; Herzbewegung und Gefäßpulsation lassen sich jedoch nicht vermeiden.2 Koronare oder aortale Scans müssen daher auf die beste Zeitauflösung optimiert werden. Ein klinisch kritischer Hinweis: Aortenpulsation kann ein Artefakt erzeugen, das eine Aortendissektion vortäuscht, die nicht existiert; wird es nicht als Artefakt erkannt, kann es für den Patienten schwerwiegende Folgen haben.2

In der Klinik
Die Aortenpulsation kann in der Aorta ascendens eine bewegungsbedingte falsche Linie / Doppelkontur (einen Pseudo-Flap) erzeugen und eine Aortendissektion vortäuschen. EKG-getriggerte Aufnahme und das Erkennen als Artefakt verhindern eine Fehldiagnose.2

Ringartefakt

Wenn ein oder mehrere Detektorelemente fehlerhaft oder unausgeglichen reagieren, zeigt das Bild einen konzentrischen Ring um das Isozentrum (oder einen Halo um Objekte).23 In der Geometrie der dritten Generation (rotierender Detektor) fällt der Fehler eines einzelnen defekten Elements bei jedem Winkel auf denselben Radius, sodass es einen Kreis zeichnet. Auch eine Unausgeglichenheit in der Energieabhängigkeit der Detektoren erzeugt ähnliche Ringe.4 Die Abhilfe liegt auf der Hardwareseite: Detektorkalibrierung, Aufwärm-/Einschwingzeit und Reparatur des defekten Elements.3

Bild (Isozentrum in der Mitte)RingartefaktDetektorarrayein defektes Element →gleicher Radius bei jedem Winkel → Ring
In der Geometrie mit rotierendem Detektor fällt ein defektes Element in jeder Projektion auf denselben Radius, sodass es im Bild als fester Ring um das Isozentrum erscheint.2

Helix und Cone-Beam

Die Helix-(Spiral-)CT — eine rotierende Röhre plus ein fahrender Tisch, 1989 eingeführt — verkürzte die Scanzeit und ermöglichte volumetrische Bildgebung, brachte aber ihre eigenen Artefakte.2 Das bekannteste ist das Windmill-Artefakt: wegen Unterabtastung entlang z und Helixinterpolation erscheint beim Durchblättern der Schichten nahe kontrastreichen Strukturen ein rotierendes Pinwheel-Muster.2 Bei großen Mehrschicht-Kegelwinkeln wird z unterabgetastet und ein Cone-Beam-Artefakt (falsche Verbindungen zwischen dichten Strukturen) bildet sich; die Abhilfe ist ein vollständigerer Datensatz / ein kleinerer Kegelwinkel.1 Diese Artefakte werden über Pitch und Rekonstruktionswahl gesteuert.

Artefakte reduzieren

Ist der Ursprung bekannt, folgt die Abhilfe:

Das gemeinsame Prinzip: Ein Artefakt zu erkennen ist so wichtig wie es zu reduzieren. Eine vorgetäuschte Aortendissektion oder eine durch Partialvolumen „vergrößerte“ Verkalkung lässt sich nur durch die Zusammenarbeit von Physiker:in und Radiolog:in sicher von einem echten Befund trennen.

Weitere Artikel
Allgemeiner Artefakt-Leitfaden: Was sind Bildartefakte? · CT-Parameter: CT-Bildgebungsparameter · Rekonstruktion: FBP, IR und Deep Learning · CT-Dosis: Dosis in der CT (CTDI, DLP, SSDE)

Quellen

  1. Bushberg JT, Seibert JA, Leidholdt EM, Boone JM. The Essential Physics of Medical Imaging, 3rd ed. Lippincott Williams & Wilkins, 2011. §10.6 CT Image Artifacts (s.367–370): demet sertleşmesi (Şekil 10-64; çift kalça implantı Şekil 10-65), çizgilenme/metal (Şekil 10-66), görünüm örtüşmesi (Şekil 10-67), kısmi hacim (Şekil 10-68), koni-ışın (Şekil 10-69). Sayfa numaraları bu baskıya aittir.
  2. IAEA. Diagnostic Radiology Physics: A Handbook for Teachers and Students (STI/PUB/1564), 2014. Bölüm 11 (Computed Tomography): artefakt sınıflaması — edinim/rekonstrüksiyon/hasta kaynaklı (s.288); halka artefaktı ve bozuk dedektör elemanları (Şekil 11.25, s.288); kısmi hacim (z ekseni ortalaması, s.288); demet sertleşmesi ve metal artefaktı (s.288–289); sarmal BT ve windmill artefaktı (§11.5.3, s.274–275); hareket — aort pulsasyonunun diseksiyonu taklit etmesi (s.289). iaea.org
  3. Dowsett DJ, Kenny PA, Johnston RE. The Physics of Diagnostic Imaging, 2nd ed. Hodder Arnold, 2006. Bölüm 14 (CT): metal artefakt girişimi — yıldız patlaması (star-burst) ve tepe-değer eşikleme düzeltmesi (s.399, Şekil 14.18c); dedektör düzgünsüzlüğü → halka/halo (s.399); demet sertleşmesi ve LUT düzeltmesi, su fantomuyla kalibrasyon (s.395).
  4. Hendee WR, Ritenour ER. Medical Imaging Physics, 4th ed. Wiley-Liss, 2002. Dedektör dengesizliği/enerji bağımlılığına bağlı halka artefaktları ve ince kesitle azalan kısmi hacim etkisi (çapraz doğrulama).
Hinweis: Dieser Inhalt dient der Ausbildung; für klinische Entscheidungen oder die Einhaltung von Vorschriften konsultieren Sie eine qualifizierte Medizinphysik-Expertin bzw. einen Experten sowie die geltenden Bestimmungen.

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