CT · Dosis

CTDIvol, DLP und SSDE verstehen

Was bedeuten die Dosiswerte an der CT-Konsole tatsächlich? Wir gehen Schritt für Schritt durch, was diese Metriken messen, was nicht, und wie sich die Patientendosis genauer abschätzen lässt.

In einem Satz
CTDIvol und DLP beschreiben die Maschine; SSDE und effektive Dosis versuchen, die Person zu beschreiben.

CTDIvol — die Ausbeute des Scanners

Der CTDIvol (Computed Tomography Dose Index, volume) steht für die Strahlungsausbeute des Scanners pro Scanlängeneinheit, in Milligray (mGy). Er wird in standardisierten Acryl-Phantomen (PMMA) gemessen: 16 cm für den Kopf und 32 cm für den Körper. Der CTDIvol sagt also aus, „wie viel Strahlung dieses Protokoll an dieses Standardphantom abgegeben hat“ — nicht die Dosis, die der reale Patient erhalten hat.1

Er wird schrittweise aufgebaut: zuerst das Dosisprofil integrieren (CTDI₁₀₀), dann zentrale und periphere Messungen gewichtet kombinieren (CTDIw ≈ ⅓ Zentrum + ⅔ Peripherie), zuletzt den Pitch einbeziehen:

CTDIvol = CTDIw ÷ Pitch
Häufiger Fehler
Derselbe CTDIvol-Wert kann bei einem schlanken Kind wie bei einem großen Erwachsenen erscheinen — doch ihre tatsächliche Dosis unterscheidet sich. Der CTDIvol ist phantombasiert, nicht patientenbasiert.

DLP — das Dosis-Längen-Produkt

Das DLP (Dose Length Product) ist der CTDIvol multipliziert mit der Scanlänge, ein Dosis-Längen-Indikator in mGy·cm. Es beschreibt, wie sich die Protokollausbeute über die gescannte Länge aufsummiert. Es ist nicht die im Patienten absorbierte Energie, die Organdosis oder das individuelle Risiko.

DLP = CTDIvol × Scanlänge (cm)

SSDE — Korrektur für den Patienten

Die AAPM führte die größenspezifische Dosisabschätzung (SSDE) ein: den vom Scanner gemeldeten CTDIvol multipliziert mit einem größenabhängigen Umrechnungsfaktor.1 AAPM Report 204 verwendet den effektiven Durchmesser; AAPM Report 220 standardisiert den wasseräquivalenten Durchmesser (Dw), der auch die Gewebeschwächung berücksichtigt.2

SSDE = CTDIvol × fGröße

Effektive Dosis und der k-Faktor

Um Untersuchungen auf einer gemeinsamen Risikoskala zu vergleichen, wird die effektive Dosis (E) verwendet (Einheit: mSv). Eine schnelle Abschätzung multipliziert das DLP mit einem regionenspezifischen k-Faktor; typische Erwachsenenwerte: Kopf ≈ 0,0021; Thorax ≈ 0,014; Abdomen/Becken ≈ 0,015 mSv·mGy⁻¹·cm⁻¹.3

E ≈ k × DLP
Was die effektive Dosis nicht ist
Die effektive Dosis wird von der ICRP für den Strahlenschutz auf Basis einer Referenzperson definiert. Sie gibt nicht direkt die tatsächliche Organdosis oder das persönliche Krebsrisiko eines Einzelnen an.

DRLs — diagnostische Referenzwerte

Diagnostische Referenzwerte (DRLs) sind kein Dosis-grenzwert; sie sind ein Optimierungswerkzeug, das typische Dosisniveaus für typische Untersuchungen zeigt. Ein DRL dient nicht dazu, die Dosis eines einzelnen Patienten zu beurteilen, sondern die typische Dosisverteilung einer Einrichtung für eine bestimmte Untersuchung zu bewerten (meist der Median oder das 75. Perzentil). Laut ICRP ist ein DRL nur dann wertvoll, wenn die Dosen regelmäßig überprüft werden und bei Überschreitung Maßnahmen ergriffen werden.4

Anmerkung der Medizinphysik
CTDIvol und DLP sind für den Protokollvergleich und die Dosisoptimierung sehr wertvoll; sie geben jedoch nicht direkt die tatsächliche Organdosis eines einzelnen Patienten an. Bei pädiatrischer, adipöser oder nicht standardgemäßer Anatomie müssen Patientengröße und klinischer Kontext stets gemeinsam berücksichtigt werden.

Quellen

  1. AAPM Report No. 204. Size-Specific Dose Estimates (SSDE) in Pediatric and Adult Body CT Examinations. 2011. aapm.org
  2. AAPM Task Group 220. Use of Water Equivalent Diameter for SSDE in CT. 2014.
  3. AAPM Report No. 96. The Measurement, Reporting, and Management of Radiation Dose in CT. 2008.
  4. ICRP Publication 135. Diagnostic Reference Levels in Medical Imaging. 2017. icrp.org
Hinweis: Dieser Inhalt dient der Ausbildung; für klinische Entscheidungen oder die Einhaltung von Vorschriften konsultieren Sie eine qualifizierte Medizinphysik-Expertin bzw. einen Experten sowie die geltenden Bestimmungen.

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