Drei Grundprinzipien
Die ICRP gründet den Strahlenschutz auf drei Prinzipien: Rechtfertigung (jede Anwendung muss mehr nutzen als schaden), Optimierung / ALARA (Dosen so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar), Dosisbegrenzung (gesetzliche Grenzwerte dürfen nicht überschritten werden).1
Abstand, Zeit, Abschirmung
Die drei klassischen Praxiswerkzeuge: Abstand — die Dosisleistung sinkt nach dem Abstandsquadratgesetz (Verdopplung des Abstands → ein Viertel der Dosis). Zeit — eine kürzere Expositionsdauer senkt die Dosis direkt. Abschirmung — Bleischürzen, Schilddrüsenschutz und feste Barrieren schwächen die Streustrahlung und senken die Personaldosis.
Deterministische und stochastische Wirkungen
Gewebereaktionen (früher deterministische Wirkungen genannt) treten oberhalb einer Schwellendosis auf; ihr Schweregrad steigt mit der Dosis, unterhalb der Schwelle werden sie verhindert (z. B. Katarakt, Hauterythem). Die Kataraktschwelle der Augenlinse wird heute mit 0,5 Gy angesetzt.2 Für stochastische Wirkungen (Krebs, vererbbar) verwendet der Strahlenschutz die lineare Nichtschwellen-Hypothese (LNT): Mit der Dosis steigt nicht der Schweregrad, sondern die Wahrscheinlichkeit der Wirkung. Dieses Modell dient nicht der genauen Berechnung des individuellen Risikos, sondern hält den Schutzansatz auf der sicheren Seite.1
Dosisgrenzwerte
- Effektive Dosis: 20 mSv/Jahr im 5-Jahres-Mittel (in keinem Einzeljahr über 50).
- Augenlinse: 20 mSv/Jahr im 5-Jahres-Mittel (in keinem Einzeljahr über 50; 2011 von 150 mSv/Jahr gesenkt).
- Haut / Extremitäten: 500 mSv/Jahr.
- Effektive Dosis: 1 mSv/Jahr.
- Augenlinse: 15 mSv · Haut: 50 mSv.
Der berufliche Grenzwert für die Augenlinse wurde 2011 auf 20 mSv/Jahr im 5-Jahres-Mittel gesenkt.3
Quellen
Sıkça Sorulan SorularFrequently Asked QuestionsHäufig gestellte FragenPreguntas frecuentes
Wie hoch ist der jährliche Dosisgrenzwert für beruflich strahlenexponierte Personen?
Nach ICRP 103 beträgt der Grenzwert für beruflich exponiertes Personal 20 mSv/Jahr im 5-Jahres-Mittel (max. 50 mSv in einem Einzeljahr). Für die Bevölkerung gilt 1 mSv/Jahr.
Was ist der Unterschied zwischen deterministischen und stochastischen Effekten?
Deterministische Schäden (z.B. Hautrötung, Katarakt) haben einen Schwellenwert. Stochastische Wirkungen (z.B. Krebs) haben keinen Schwellenwert; mit der Dosis steigt die Eintrittswahrscheinlichkeit.
Wie wird das Abstandsquadratgesetz im Strahlenschutz angewendet?
Eine Verdoppelung des Abstands viertelt die Dosisleistung (1/r²). Ein Schritt zurück während der Durchleuchtung senkt die Strahlenexposition des Personals drastisch.