Modalitäten · Animation

Wie sehen bildgebende Verfahren? Der Unterschied jedes Geräts — animiert

Röntgen, CT, Ultraschall und MRT „sehen“ denselben Patienten auf völlig unterschiedliche Weise — denn jedes Verfahren beruht auf einem anderen physikalischen Phänomen. Wir nehmen sieben Modalitäten einzeln vor: jedes Funktionsprinzip mit einer animierten Grafik und Quellen.

„Bildgebung“ ist nicht eine einzige Sache. Jede Modalität beruht auf einer anderen physikalischen Sprache: die eine liest die Schwächung von Röntgenstrahlen, die andere das Echo des Schalls, wieder eine andere das magnetische Verhalten von Atomkernen. Im Folgenden nehmen wir sieben Modalitäten einzeln vor, jedes Funktionsprinzip mit einer Animation dargestellt.

Röntgen — ein einzelner Schatten

Die grundlegendste Methode: Der Röntgenstrahl durchquert den Patienten in einem einzigen Durchgang und erzeugt auf einem flachen Detektor eine einzige 2D-Projektion (Schatten). Schnell und günstig, ideal für Knochen und Lunge — doch die Tiefeninformation ist begrenzt; alle Strukturen überlagern sich.

RöhreDetektorEinzelprojektion (2D-Schatten)
Der Strahl tritt aus einer Richtung ein; das Ergebnis ist ein auf eine Ebene projizierter Schatten. Die gesamte Tiefe überlagert sich.

CT — ein Schnitt aus Hunderten Winkeln

Das CT überwindet die Grenze des Röntgens: Röhre und Detektor rotieren um den Patienten (Rotate-Rotate-Geometrie) und sammeln Projektionen aus Hunderten Winkeln; ein Computer rekonstruiert daraus ein Schnittbild.1 In modernen Systemen dreht sich die Gantry mehrere Male pro Sekunde.1

Röhre + Detektor rotieren →RekonstruktionSchnittbildHunderte Winkel → ein Schnitt
Das Röhren-Detektor-Paar rotiert um den Patienten; die Projektion aus jedem Winkel wird zu einem Schnitt (Tomographie) zusammengesetzt.

Durchleuchtung — ein Echtzeitfilm

Während das Röntgen ein einzelnes Bild aufnimmt, erzeugt die Durchleuchtung mit kontinuierlichen oder gepulsten Röntgenstrahlen ein bewegtes Bild — für dynamische Eingriffe wie das Vorschieben eines Katheters oder das Beobachten eines Schluckakts.5 Der Preis ist die lange Durchleuchtungszeit und die damit akkumulierende Dosis.

Röhre (gepulst)Katheter (beweglich)Live-BildKontinuierlich / gepulst — bewegt
Der gepulste Strahl erzeugt viele Bilder pro Sekunde und zeigt die Bewegung; eine niedrigere Pulsrate senkt die Dosis.

Mammographie — niedrige Energie, feinste Details

Um die kontrastarmen, sehr kleinen Strukturen der Brust (Mikrokalk) zu erfassen, nutzt die Mammographie niederenergetische Röntgenstrahlen und Kompression; sie hat die höchste Ortsauflösung in der Radiologie.5 Die Kompression verbessert das Detail und senkt zugleich die Dosis.

Niedrig-kVp-RöhreMikrokalkDetektorKompression + niedrige Energie
Das Kompressionspaddle presst die Brust flach; der niederenergetische Strahl bringt den Weichteilkontrast und feinste Details heraus.

Ultraschall — das Echo des Schalls

Der Ultraschall nutzt keine ionisierende Strahlung. Der Schallkopf sendet einen kurzen Schallimpuls ins Gewebe; der Impuls läuft im Weichgewebe mit ~1540 m/s und ein Teil kehrt als Echo von jeder Grenzfläche zurück, an der sich die akustische Impedanz ändert.2 Die Laufzeit des Echos ergibt die Tiefe, seine Amplitude die Helligkeit (Puls-Echo).2

SchallkopfGewebegrenze (Impedanzänderung)↓ Impuls    ↑ EchoPuls-Echo · nicht ionisierend
Der Schallkopf sendet einen Impuls; die Laufzeit des zurückkehrenden Echos ergibt die Tiefe, seine Stärke die Helligkeit im Bild.

MRT — im Magnetfeld rotierende Kerne

Auch die MRT nutzt keine ionisierende Strahlung. In einem starken Magnetfeld präzedieren die Wasserstoffkerne (Protonen) im Körper wie ein Kreisel; die Präzessionsfrequenz ist proportional zur Feldstärke (Larmor-Beziehung) — etwa 64 MHz bei 1,5 T.3 Ein Hochfrequenz-(HF-)Impuls „lenkt“ diese Protonen aus; das Signal, das sie beim Relaxieren abgeben, bildet das Bild. Deshalb ist der Weichteilkontrast der MRT hervorragend.

B₀PräzessionHF-ImpulsAuslenkung → SignalPräzession · Larmor · HF
Protonen präzedieren im B₀-Feld; ein HF-Impuls lenkt sie aus, und das beim Relaxieren abgegebene Signal wird zum Bild.

Nuklearmedizin / PET — Strahlung von innen

Während die anderen die Quelle außerhalb platzieren, liegt die Quelle in der Nuklearmedizin im Patienten: Das verabreichte Radiopharmakon zeigt Funktion/Stoffwechsel, nicht die Anatomie. Beim PET sendet der Tracer ein Positron aus; annihiliert es mit einem Elektron, entstehen zwei 511-keV-Photonen in etwa 180° entgegengesetzter Richtung.4 Ein ringförmiger Detektor erfasst die beiden Photonen gleichzeitig (in Koinzidenz) und lokalisiert so die Quelle.4

Radiopharmakon511 keV ←→ 511 keV (≈180°)KoinzidenzQuelle im Körper · Funktionsbildgebung
Die Positron-Elektron-Annihilation sendet zwei 511-keV-Photonen in entgegengesetzte Richtungen; der Ringdetektor erfasst sie in Koinzidenz und lokalisiert die Quelle.
Weitere Artikel
Für die numerische Vergleichstabelle: Modalitäten und ihre Unterschiede. Für die schrittweise Entstehung eines Röntgenbildes: Wie entsteht ein Röntgenbild?

Quellen

  1. Bushberg JT, Seibert JA, Leidholdt EM, Boone JM. The Essential Physics of Medical Imaging, 3rd ed. Lippincott Williams & Wilkins, 2011. Bölüm 10 (Computed Tomography) — tüp ve dedektörün hasta etrafında dönmesi (rotate–rotate geometri), gantry rotasyonu.
  2. Bushberg JT, et al., a.g.e., Bölüm 14 (Ultrasound) — pulse–echo görüntüleme, yumuşak dokuda ses hızı 1540 m/s, akustik empedans farkları.
  3. Bushberg JT, et al., a.g.e., Bölüm 12 (Magnetic Resonance Basics) — protonun manyetik alanda presesyonu, Larmor bağıntısı; 1,5 T'de proton rezonans frekansı ~64 MHz.
  4. Bushberg JT, et al., a.g.e., Bölüm 15 ve 19 (Radyoaktivite ve PET) — pozitron–elektron anihilasyonu sonucu yaklaşık 180° zıt yönde yayılan iki 511 keV foton; koinsidans algılama.
  5. Bushberg JT, et al., a.g.e., Bölüm 8 (Mammography) ve Bölüm 9 (Fluoroscopy) — düşük enerjili X-ışını ve kompresyon; gerçek zamanlı/pulslu floroskopi.
Hinweis: Dieser Inhalt dient der Ausbildung; für klinische Entscheidungen oder die Einhaltung von Vorschriften konsultieren Sie eine qualifizierte Medizinphysik-Expertin bzw. einen Experten sowie die geltenden Bestimmungen.

← Alle Artikel