Modalitäten · Vergleich

Modalitäten und ihre Unterschiede: Jedes Gerät sieht den Körper in einer anderen „Sprache“

Röntgen, CT, MRT, Ultraschall, Nuklearmedizin... sie alle erzeugen Bilder, doch keines sieht dasselbe. Worauf beruht jedes Verfahren, welche sind ionisierend und wie viel Detail und Dosis bedeutet jedes? In einer Vergleichstabelle, mit Quellen.

Verschiedene Sprachen

Für einen Patienten ist „Bildgebung“ nicht eine einzige Sache. Das Röntgen sieht den Körper mit den Augen der Röntgenstrahlen; der Ultraschall über das Echo von Schallwellen; die MRT über das magnetische Verhalten von Atomkernen; die Nuklearmedizin über die Strahlung, die eine dem Körper zugeführte radioaktive Substanz aussendet. Jedes Verfahren beruht auf einer anderen physikalischen Sprache und beantwortet daher jeweils eine andere Frage gut.1

Deshalb gibt es keine einzelne Antwort namens „beste Modalität“ — nur die Modalität, die für eine bestimmte Frage am besten geeignet ist.

Vergleichstabelle

Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Modalitäten nebeneinander. Die Auflösungswerte stammen aus Bushberg Tabelle 1-1, die Dosiswerte aus Tabelle 11-8:12

Modalität Physikalisches Prinzip Ionisierend? Grenzauflösung Typische effektive Dosis Stark bei
Röntgen Röntgenschwächung Ja 0,08 (Film) – 0,17 (digital) mm ~0,1 mSv (Thorax) Knochen, Lunge, schnelle Übersicht
Durchleuchtung Echtzeit-Röntgen Ja ~0,125 mm Zeitabhängig Intervention, dynamische Prozesse
Mammographie Niederenergetisches Röntgen Ja 0,03–0,10 mm — höchste ~0,4 mSv Brust, Mikrokalk
CT Tomographisches Röntgen Ja ~0,3 mm ~2–8 mSv Schnittbild, Weichgewebe, Trauma
Ultraschall (5 MHz) Schallwellen-Echo Nein ~0,3 mm Keine ionisierende Strahlung Schwangerschaft, Weichgewebe, Blutfluss
MRT Magnetresonanz Nein ~1,0 mm (bessert mit Feldstärke) Keine ionisierende Strahlung Weichteilkontrast, Neuro
Nuklearmedizin / SPECT Radioaktiver Zerfall Ja 2,5–7 mm Je nach verabreichter Aktivität Funktion / Stoffwechsel
PET Positron-Elektron-Annihilation Ja ~5 mm Radiopharmakon + ggf. CT-Anteil Onkologie, metabolische Aktivität

Zwei Dinge fallen sofort auf: Die Mammographie hat die höchste Ortsauflösung (weil sie die kleinsten Strukturen sucht), die Nuklearmedizin die niedrigste — doch sie bildet die Funktion statt der Anatomie ab, was keine andere Modalität kann.

Ionisierend oder nicht?

Dies ist eine der wichtigsten Unterscheidungen zwischen den Modalitäten. Röntgen, Durchleuchtung, Mammographie, CT und Nuklearmedizin nutzen ionisierende Strahlung — es gibt also eine Dosis, und sie muss optimiert werden. Ultraschall und MRT nutzen keine ionisierende Strahlung; daher können sie, wenn klinisch angemessen, besonders in der Schwangerschaft und bei Kindern bevorzugt werden.

Eine wichtige Unterscheidung
„Nicht ionisierend“ bedeutet nicht „in jeder Hinsicht risikofrei“; jede Modalität hat ihre eigenen Sicherheitsaspekte (z. B. das starke Magnetfeld in der MRT). Doch hinsichtlich der Dosis unterscheiden sich Ultraschall und MRT grundlegend von den röntgenbasierten Verfahren.
Hybridgeräte
Bei Hybridsystemen wie SPECT/CT und PET/CT stammt die Patientendosis nicht allein aus dem Radiopharmakon; die begleitende **CT-Komponente trägt ebenfalls zur Gesamtdosis bei**. Eine nuklearmedizinische Dosisbewertung muss daher sowohl die Radiopharmakon-Aktivität als auch das CT-Protokoll gemeinsam berücksichtigen.

Welche Modalität wann wählen?

Also welche und wann? Es gibt keine einheitliche Formel, denn die richtige Wahl hängt von der anatomischen Lokalisation und den Gewebeeigenschaften des klinischen Problems ab. Was eine Modalität einer anderen überlegen macht, ist die Antwort, die sie auf diese konkrete Frage gibt.

Bushberg fasst es treffend zusammen: Die beste Modalität für eine gegebene klinische Situation zu wählen, setzt ein Verständnis der physikalischen Prinzipien jeder Modalität voraus.1 Genau das ist das Ziel der Radiologiephysik — und dieser Website: diese physikalischen Prinzipien und ihre Auswirkung auf Dosis und Qualität verständlich zu machen.

Weitere Artikel
Für die Grundlage dieser Prinzipien: Grundlagen der Radiologiephysik. Für die einzelnen Modalitätsseiten: Modalitäten. Für den Dosisvergleich: Warum ist die Dosis wichtig?.

Quellen

  1. Bushberg JT, Seibert JA, Leidholdt EM, Boone JM. The Essential Physics of Medical Imaging, 3rd ed. Lippincott Williams & Wilkins, 2011. Modalitelerin fiziksel ilkeleri ve sınır uzaysal çözünürlükleri (Tablo 1-1, s.5). Atıflardaki sayfa numaraları bu baskıya aittir.
  2. Bushberg JT, et al., a.g.e., Tablo 11-8 (s.399–400) — tetkik bazlı tipik etkin dozlar (kaynak: Mettler FA Jr, et al. Radiology 2008;248:254–263).
Hinweis: Dieser Inhalt dient der Ausbildung; für klinische Entscheidungen oder die Einhaltung von Vorschriften konsultieren Sie eine qualifizierte Medizinphysik-Expertin bzw. einen Experten sowie die geltenden Bestimmungen.

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